Der Fall „Ursula S.“

Ein Leserbrief an die Berliner Zeitung:  „Wäre die Grundschullehrerin Ursula S. nicht die Gattin eines Ex-Senators, Noch-SPD-Mitglieds und Skandalbuchautoren, würde man ihr in den Medien nicht soviel Aufmerksamkeit schenken.  Beiden steht dieses Aufhebens um ihre jeweilige Person nämlich gar nicht zu.

Berechtigte Zweifel an der pädagogischen Kompetenz und Eignung sowie der Teamfähigkeit einzelner Lehrkräfte sind in dieser Stadt leider kein Einzelfall.  Im Gegenteil.  Der Fall „Ursula S.“ verweist vielmehr auf einen ganz eklatanten Fehler im reformgebeutelten Schulsystem.  Unbefristet angestellten oder verbeamteten Pädagogen wird – zumindest an öffentlichen Schulen – kein Anreiz geboten, auch nur einen Deut mehr zu tun, als unbedingt nötig.

Schlimmer noch!  Die Fehltritte einer Lehrerin oder eines Lehrers müssen strafrechtliche (!) Relevanz haben, um überhaupt ernsthafte Konsequenzen nach sich zu ziehen.  Gegen geltendes Schulrecht zu verstossen, reicht – wie die Erfahrung zeigt – bei Weitem nicht aus.  Da werden lediglich Zeigefinger erhoben.

Moralisch verwerfliches, demotivierendes Verhalten gegenüber Schülerinnen und Schülern kann und sollte man öffentlich beklagen.  Keine Frage.  Das bringt nur leider wenig, solange der politische Wille oder Mut fehlt, der Bildung über Sonntagsreden hinaus den angemessenen Stellenwert zu geben.  Daher sollte man für jede einzelne Lehrkraft dankbar sein, die einer der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft wirklich gewissenhaft nachgeht und ihre tägliche Motivation dafür aus ihrer ganz persönlichen Berufung schöpft.“  (mrx)

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2 Gedanken zu „Der Fall „Ursula S.“

  1. Glaubt man den Beschreibungen über die Ansichten von Frau Sarrazin hilft eine Versetzung in eine andere Schule nicht. Auch eine „Abschiebung“ in die Verwaltung wäre fatal.
    Gerade hier werden doch moderne Pädagogen gebraucht, die sich mit aktuellen Erkenntnissen auseinandersetzen und die besten Schlüsse für den Schulalltag ziehen.

  2. da koennen wir ja letztlich nur froh sein (fuer die betroffenen kinder und das kollegium), dass sie sich beurlauben lassen will. das hilft bzgl. der ganzen anderen ursulas an den berliner schulen allerdings wenig.

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