Informationsloch – oder wie Eltern systematisch desinformiert bleiben

„Eltern und Schüler im Informationsloch“ – so lautet die Überschrift eines Artikels im Tagesspiegel vom 16.2.2011 – Das Informationsloch ist ein Krater! Nicht nur, dass die „Informationen“ für die anmeldenden Eltern nur tröpfchenweise weitergegeben wurden, z. B. völlige Ahnungslosigkeit aller Schulen hinsichtlich der Zugangsbedingungen für die neuen Oberschulen bis September 2010 , Wegfall der Geschwisterregelung als Härtefall, NEIN, nun gibt es immer noch keine einheitlichen und für Eltern verbindlichen Aussagen, wenn sie ihre Kinder an einer Oberschule anmelden wollen.Es ist kaum nachvollziehbar, warum der Bezirk je nach Fall darüber entscheiden muss/darf, was ein Härtefall ist und was nicht! Durch die 10 %-Quote, die jedes Gymnasium für Härtefälle „reservieren“ muss, kann ein vergleichbarer Härtefall in einer Schule bewilligt werden und in der anderen nicht, einfach deshalb, weil dort bereits alle Härtefälle-Plätze an „härtere Fälle“ vergeben wurden. Wo gibt es so etwas? Die Senatsverwaltung und die Bezirke wollen doch „gerichtsfeste“ Zugangskriterien. Durch eine solche Praxis – die ganz sicher kommen wird – wird eine Klageflut geradezu provoziert.Wer ein Kind an einer Oberschule anmelden möchte, das nicht eine Förderprognose von 1,0 aufweisen kann und somit nicht sicher ist, dass das Kind auch auf der Wunsch-Schule aufgenommen werden kann, wird ebenfalls im Regen stehen gelassen, wie der Tagesspiegel-Artikel zeigt. Dass die Senatsverwaltung keine Informationen darüber geben möchte, wieviele Anmeldungen es an welcher Schule gibt, zeigt, dass man dieses heiße Eisen zurzeit nicht anfassen möchte. Es kann doch für Eltern nur hilfreich sein, wenn sie wissen, dass die Wunsch-Schule schon nach der ersten Anmeldewoche bereits zu 150 % überfragt ist und damit die Förderprognose von 2,0 nicht mehr ausreicht. Das lässt sich rein rechnerisch von den jeweiligen Schulen schon zumindest grob prognostizieren. Wer sich dann auf die 30 % der Plätze, die über den Lostopf vergeben werden, nicht verlassen möchte, kann sich von vorneherein an eine andere Schule orientieren. Es sei denn… , es werden hochschulähnliche, anonyme Schulen mit bis zu 11 Parallelklassen eingerichtet. Dann haben auch die Schüler eine Chance, deren Förderprognose nicht bei den oberen 10 % liegt. Aber eigentlich sollte ein Lehrer seine Schüler auch namentlich kennen.Oder ist auch das gewollte Desinformation?

2 Gedanken zu „Informationsloch – oder wie Eltern systematisch desinformiert bleiben

  1. man probiere einfach nur mal, als elternteil beim sog. infopunkt der senatsverwaltung per email zeitnah eine verbindliche auskunft zu erhalten:

    (1) entweder bekommt man einen schwamm mit ganz vielen konjunktiven gereicht – so geschehen bei einer im februar 2010 gestellten anfrage zur regelung des uebergangs auf die oberschulen fuer das kommende schuljahr. abgesehen vom neuen begriff „foerderprognose“ fuer die bisherige grundschulempfehlung war zum damaligen zeitpunkt noch nichts verbindlich!!! beim senat ging man davon aus, es sei ja noch ’ne menge zeit.

    (2) oder man muss ueber viele wochen immer wieder nachhaken, bis sich durch die ploetzliche aenderung der betreffenden verordnung die frage eruebrigt hat – was man allerdings zuerst aus der presse oder dem internet erfaehrt statt vom sog. infopunkt. so geschehen bei der ehemaligen geschwisterkindregelung.

    (3) oder man fragt einfach mal nach der anzahl an oberschulen, die bei uebernachfrage andere zugangskriterien als die durchschnittsnote anwenden werden und erhaelt (zumindest innerhalb von inzwischen ueber sieben wochen) einfach ueberhaupt keine antwort!

    es faellt mir schwer zu entscheiden, ob es sich dabei nur um ein riesiges informationsdefizit innerhalb der verwaltung oder um eine regelrechte informationsverweigerung gegenueber den eltern handelt. auf jeden fall ist es eine affenschan.de (mrx)

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